Um alle Gäste auf den gleichen Stand zu bringen, stellten Julia Körbel (Gesundheitsamt) und Isabella Zerritsch, Geschäftsstellenleitung der Gesundheitsregion plus, die wichtigsten Aspekte des Masterplans vor. Darin sind zehn strukturelle Ziele aufgeführt, unter anderem der Ausbau der Präventionsberichterstattung, die Etablierung des Präventionspools Bayern als landesweite Datenbank für Präventionsangebote und -aktivitäten, die Stärkung der Gesundheitsämter für die Moderation von Prävention und Gesundheitsförderung vor Ort, die Bereitstellung digitaler Anwendungen für die Prävention, die Stärkung der Fachkräfte im Gesundheitsbereich vor Ort und einige mehr. Isabella Zerritsch ging zudem auf das Landesprogramm „Sport vor Ort“ ein, ein Teilprogramm des Masterplans. Hier beteiligen sich das Gesundheitsamt und die Gesundheitsregion plus mit dem Programm MIA – Mil in Action. Dieses kostenfreie Bewegungsangebot umfasst zahlreiche kostenfreie Bewegungsangebot wie Nordic Walking, Qi Gong, Outdoor-Fitness, Yoga und mehr. Die Angebote sind im Internet unter https://gesundheitsregion-plus.landkreis-miltenberg.de/aktuelles/veranstaltungen/ zu finden.
Darüber hinaus sind im Masterplan zehn gesundheitliche Ziele formuliert:
Gesundheitswissen verbessern (Gesundheitskompetenz stärken, zu gesundem Verhalten motivieren), psychische Gesundheit stärken (in Krisen unterstützen, Einsamkeit bei Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Älteren verringern), eine solide Basis durch körperliche Aktivität, gesunde Ernährung, Stressreduktion und gesunden Schlaf schaffen, Adipositas bekämpfen und Folgeerkrankungen proaktiv vorbeugen, Sensibilisierung für Mund- und Zahngesundheit, Aufklärung und Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten, Stärkung der Teilnahmeraten bei Vorsorgeuntersuchungen, Früherkennungsprogrammen und Impfungen, Suchtprävention (Reduzierung legaler Suchtmittel, Bewältigung exzessiver Mediennutzung, Verringerung von
Glücksspielschäden), Klimawandel (Schutz der Gesundheit unter veränderten Umweltbedingungen) sowie proaktive Maßnahmen, um Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern oder gar zu verhindern.
Aufgabe des Plenums war es nach kurzen Bewegungsübungen, die gesundheitlichen Ziele zu gewichten. Als Top-Prioritäten stellten sich die Stärkung der psychischen Gesundheit, die Verbesserung des Gesundheitswissens und das Schaffen einer guten persönlichen Basis mit körperlicher Aktivität, gesunder Ernährung, Stressreduktion und gesundem Schlaf heraus. Damit war die Arbeit aber noch nicht getan: Nun hatten die Akteure die Aufgabe, bestehende Angebote in diesen Arbeitsfeldern zu nennen und, darauf aufbauend, Bedarfe und Lücken aufzulisten. Isabella Zerritsch, Julia Körbel und ihre Kollegin aus dem Gesundheitsamt, Sofia Göbel, fassten anschließend die von den Gästen genannten Punkte zusammen. Dabei stellte sich heraus, dass es im Landkreis viele Angebote gibt, aber auch Lücken. Mehrfach genannt wurde das Fehlen von Fachkräften im Bereich der psychischen Gesundheit.
Die bearbeiteten Themen werden nun von Gesundheitsamt und Gesundheitsregion Plus weiterverfolgt, alle Teilnehmenden werden die Präsentationsergebnisse in Schrift- und Bildform bekommen. Aus der Sichtung und Auswertung sollen konkrete Handlungsfelder resultieren. Nicht priorisierte Themen fallen nicht unter den Tisch; sie werden vielmehr in anderen Stellen mitbearbeitet – etwa von der Fachstelle für Altenhilfeplanung und allgemeine Seniorenarbeit im Landratsamt.
Landrats-Stellvertreter Ralf Reichwein zeigte sich nach fast drei Stunden zufrieden mit den Ergebnissen. Der Fachkräftemangel sei leider in allen Bereichen des Lebens spürbar, bedauerte er. Es gelte, neue Ideen zu entwickeln und beispielsweise Projekte, die in einer Region gut funktionieren, auf andere Gebiete zu übertragen. „Wir haben schon vieles, aber nicht alle wissen es“, lautete sein Fazit und er zog daraus die Schlussfolgerung, dass man diese Informationen auch vermitteln müsse. Er bescheinigte allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die Veranstaltung mit ihren Beiträgen bereichert zu haben.